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Web 2.0 und Non-Profit-PR -


27. Januar 2010

Resümee der Konzepteinführungen

Im Hinblick auf die Präsentationen der Konzepte diese Woche Freitag möchte ich nochmal zwei Dinge kundtun, die mir im Zuge des Seminars aufgefallen sind. Dabei möchte ich gar nicht Inhaltlich auf die einzelnen Konzepte eingehen, denn diese werden ja erst am Freitag offiziel vorgestellt.

Zum einen ist mir Woche für Woche aufgefallen, dass es bei der Tiefe der Konzeptideen und des relativ offenen, praxisnahen Seminaraufbaus sehr schwer ist Inhalte oder noch offene Aspekte “rüber” in die virtuelle Ebene zu bekommen. Das lag oftmals auch daran, dass Fragen oder Diskussionspunkte bereits real im Kurs besprochen wurden und so virtuell nur noch eine wiedergebende Funktion übrig blieb, aber auch daran, dass durch die Gruppenaufteilung nicht jedem Teilnehmer das Wissen der anderen Gruppen zugänglich war. So hatte zumindest ich öfters das Gefühl, dass ich eigentlich nur langweilig herunter schreiben kann was diese Woche im Kurs geschehen ist. Fragen und Diskussionspunkte wurden bereits im Kurs, auch Aufgrund der vorhandenen Expertise der jeweiligen Gruppen, sehr gut beantwortet bzw. geklärt. Eine Weiterführung oder Vertiefung einzelner Themenaspekte ist mit moderatem Zeitaufwand auch kaum möglich, denn den Vorsprung die eine Expertengruppe hat kann man quasi “nebenbei” nicht aufholen. So fällt es einem relativ schwer sich Sinnvoll im virtuellen Bereich des Seminars einzubringen. Dies haben auch einige Gespräche mit meinen Komilitonen bestätigt. Der Satz: “Ich weiss gar nicht was ich Twittern/Bloggen soll” fiel relativ häufig. Das Postive daran ist: Es ist ein eindeutiger Beweis dafür, dass sich viele ernsthafte Gedanken darüber machen und auch den Anspruch haben sich sinnvoll zu beteiligen und nicht nur irgendein Blödsinn posten wollen. Mich würde da ganz besonders die Meinung oder das Empfinden der anderen Blogger interessieren.

Zum anderen ist mir aufgefallen, dass eigentlich eine Gruppe im Seminar fehlt. Und damit meine ich jetzt gar nicht Gruppe 1 und 2, man denke nur an die letzte Sitzung, sondern viel eher eine Gruppe 9. Denn wenn man sich die einzelnen Teile der Konzepte ansieht, drängt sich eigentlich der Entschluss auf, dass alle zusammen das Gesamtpacket schlecht hin bilden. Diese Gruppe 9 des Gesamtkonzepts könnte die einzelen ausgearbeiteten Teile zusammenfügen und den Feinschliff vollziehen. Denn wenn ich als Kunde die Konzepte so der Reihe nach anhöre, wie das quasi letzte Sitzung in Rohfassung geschehen ist würde ich mir am liebsten von jeden Teil so ein Stück herauspicken und man hat so sein individuelles “Rund-um-Sorglos Packet”.  Ich finde es sehr interessant und, vom Inhalt komplett unabhängig, ein tolles Ergebnis, dass sich die einzelnen Gruppen so zusammenfügen. Ich bin sehr gespannt auf das Feedback der Experten am Freitag und vielleicht hat ja der oder die eine oder andere noch einen Kommentar für mich auf Lager.

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26. Januar 2010

Hochschulen als Marken etablieren

Über das Forum Corporate Publishing, das in einem „Factbook“ Trends, Tools und Facts zum Thema Corporate Publishing veröffentlicht hat, bin ich auf das Thema Corporate Publishing an Hochschulen gestolpert. Hier heißt es in einem Artikel von Martin Reimund von der PR-Agentur “Profilwerkstatt” in Darmstadt, dass Hochschulen sich in der heutigen von Umstrukturierungen gezeichneten Hochschullandschaft voller Elite-Universitäten und angesehenen privaten Bildungseinrichtungen mehr denn je um die Gunst der Studenten, Spitzenforschern und vor allem Sponsoren bemühen müssen. So heißt es weiter, dass nicht mehr die Anbieter von Bildung die Richtung bestimmen, sondern vielmehr die Nachfrager das Ruder in die Hand nehmen. Nicht zuletzt die Einführung von Studiengebühren sowie von Bachelor- und Masterstudiengängen führt dazu, dass Hochschulen zunehmend an ihrem Auftreten – ihren Profilen – arbeiten müssen. Der Autor Martin Reimund sieht hierbei Corporate Publishing als Möglichkeit für Hochschulen im Uni-Dschungel herauszustechen und aktive PR-Arbeit zu leisten, sich sozusagen als Marke zu etablieren. Interessant ist hierbei weniger der Einsatz von geeigneten Möglichkeiten, wie beispielsweise Hochschulmagazinen, die es schon seit längerem auf dem Markt gibt, sondern vielmehr die Ausrichtung der PR-Aktivitäten. Denn in Zukunft müssten die Universitäten weniger aus ihrer „Binnenperspektive“ berichten, sondern, wie der Autor es ausdrückt, „viel stärker die Bedürfnisse der Stakeholder aufgreifen (…), um den Image- und Reputationsaufbau der Uni zu unterstützen“.

Als gelungenes Beispiel einer solchen stakeholder-orientierten Kommunikationskampagne wird das Hochschulmagazin „Sonnemann“ der Frankfurt School of Finance & Management vorgestellt.

Sonnemann

Quelle: http://www.profilwerkstatt.de/index.php?id=248

Dieses eher an ein Businessmagazin erinnerndes Printmedium versucht eine Faszination für die Frankfurt School of Finance & Management vor allem durch Expertenmeinungen aus Wirtschaft und Politik zu erzeugen. Dass es sich hierbei jedoch um eine private Hochschule mit erheblichen finanziellen Mitteln für solch innovative Kommunikationskampagnen handelt, wird im Artikel leider außer Acht gelassen. Fraglich ist also wieder wie eine staatliche Hochschule sich solch einen Markenaufbau leisten kann.

Auf jeden Fall können die im Rahmen unseres Seminars aufgezeigten web 2.0 Tools einen ersten Schritt in Richtung effektiver Markenkommunikation sowie Wissenschaftskommunikation für die Hochschulen ermöglichen. Ein intelligenter Medienmix aus „altmodischen Methoden“ wie beispielsweise Newslettern oder Hochschulmagazinen und neuen Kanälen wie Twitter, Podcast oder Webblogs, kann hier helfen „stakeholdergerechte“ Kommunikation zu betreiben. Aber bevor dieser Medienmix strategisch ausgerichtet und intelligent zusammengestellt werden kann, ist wichtig, dass überhaupt etwas in diese Richtung an den Hochschulen unternommen wird.

Quelle: Reimund, Martin (2009): Mehr Profil in die Hochschulkommunikation. In: Forum Corporate Publishing e.V. (Hrsg.): Factbook für professionelle Unternehmenskommunikation. Trends, Tools, Facts im Corporate Publishing. Factbook Nr. 7. München: Forum Corporate Publishing e.V.. S. 19f..
14. Januar 2010

Ethik-Regeln im Kontext von Social Media

Der BVDW (Bundesverband Digitale Wirtschaft) trägt den aktuellen Social Media Entwicklungen Rechnung, indem er einen “Code of Ethics” für den richtigen Umgang mit Social Media veröffentlicht. Damit definiert er für werbetreibende Unternehmen – und dies gilt gleichfalls auch für Nonprofit-Organisationen – sechs Empfehlungen, wie ethisch korretk mit Usern in Social Networks, Blogs sowie auf der hauseigenen Website kommuniziert werden sollte. Unter den sechs Stichpunkten Respekt, Sachlichkeit, Erreichbarkeit, Glaubwürdigkeit, Ehrlichkeit und Recht werden Hinweise gegeben, welche wichtigen Punkte beim Umgang mit Social Media zu beachten sind.

Als Gründe für die Veröffentlichung nennt der BVDW u.a. die veränderte Kommunikation im Web:
“Das Social Web hat die Kommunikationsspielregeln des Internets verändert. Die Nutzer sind nicht mehr reine Empfänger von Botschaften, sondern können selbst Inhalte publizieren – in Blogs, Social Networks, Online-Shops und/oder auf Nachrichtenportalen. Dies beeinflusst die Markenführung und Unternehmenskommunikation im Web: Gängige Marketing- und PR-Instrumente greifen nicht mehr. Social Media erfordert einen Dialog zwischen Unternehmen und Internetnutzern auf Augenhöhe. Abmahnungen oder Drohungen erzielen dagegen einen negativen Effekt, der durch öffentlichen Druck zur langfristigen Schädigung des Images einer Marke und/oder Unternehmens führen kann.” (BVDW 2009)

13. Januar 2010

Twitter ist doch tot

Bevor wir nach den Möglichkeiten von Non-Profit-Organisationen in Twitter fragen, sollten wir vielleicht erst einmal nach den Möglichkeiten von Twitter überhaupt fragen.

Hierzu die Fakten

(siehe http://www.internetnews.com/commentary/article.php/11091_3824796_1 )

  1. Laut der Internetmarketingfirma HubSpot haben mehr als die Hälfte aller Leute, die sich bei Twitter angemeldet haben nie einen Tweet geschrieben (55%), folgen niemandem (56%) und haben selbst keine Leser (53%)
  2. Nielsen Online berichtete im April 2009, dass die meisten neuen Nutzer (60%), nachdem sie einen Account erstellt haben, wieder abspringen
  3. Laut Harvard Business School schreibt der durchschnittliche Twitter-Nutzer einen Tweet und dann nie wieder
  4. Entsprechend TechCrunch machen 20% der Nutzer 80% der Inhalte bei Twitter aus. Harvard Business School widerspricht: Es seien 10 % der Nutzer, welche 90% der Tweets ausmachen.
  5. Eine Umfrage der Pace University und des Participatory Media Network fand heraus, dass nur 22% der Leute zwischen 18 und 24 Twitter nutzen (obwohl fast alle Social Network Profile haben)

Die Frage bleibt also: Ist Twitter tot bzw. steht es bereits mit einem Bein im digitalen Grab?  Und natürlich die Frage, welche uns beschäftigen sollte: Sollen NPOs Twitter nutzen oder sollten sie sich die Mühe und Ressourcen sparen und lieber auf andere Kanäle zurückgreifen?

29. Dezember 2009

Twitter als PR-Werkzeug

Das Portal “Social Web Breakfast” stellt regelmäßig Video-Mitschnitte aus Ihren Networking-Veranstaltungen zu den wichtigsten Web 2.0-Themen auf Ihre Website. Größtenteils beziehen sich die Themen zwar inhaltlich zumeist auf Profit-Unternehmen, jedoch sind viele der darin vorgestellten Aspekte und Strategien auch auf den NPO-Bereich übertragbar.

Als Beispiel möchte ich den Vortrag “Twitter als PR-Werkzeug” anführen. Da Twitter als Tool kostenlos zur Vefügung steht, ist es auch für NPOs eine gute Möglichkeit, um als Online-PR-Instrument genutzt zu werden.
Im Vortrag werden die Erfahrungen aus der Social Media Kampagne zur Einführung des T-Mobile Google G1 von der damit beauftragen PR-Agentur vorgestellt. Zwar gab es neben Twitter auch einen Blog, welcher als Social Media Instrument genutzt wurde, jedoch war Twitter das hauptsächlich genutzte PR-Instrument, mit welchem die Community und im Speziellen die jeweiligen Meinungsführer gezielt in Hinblick auf das Produkt informiert werden sollten.

So wurden beispielsweise die Internet-User dauerhaft in die Produktwelt und den Produktlaunch mit eingebunden, indem T-Mobile auf Anraten der Agentur die als Barcamp durchgeführte Microbloggingkonferenz sponserte, und dort u.a. mit einem Android-Entwickler vor Ort war sowie die User die Möglichkeit hatten, das Gerät selbst in die Hand zu nehmen und zu testen, um daran anschließend über ihre Erfahrungen zu twittern (z.B. hinsichtlich der Parameter Usability, Funktionsumfang etc.). Damit sollten v.a. etwaige noch vorhandene Barrieren hinsichtlich des Geräts abgebaut werden.

Auch die Verlosung eines G1´s wurde ausschließlich über Twitter durchgeführt, indem die User via Tweets darstellen sollten, warum gerade sie das Gerät gewinnen wollten. Hierbei wurde die Erfahrung gemacht, dass viele User auch uneigennützig handelten, indem sie jemanden anderen vorschlugen, der das Gerät aus bestimmten Gründen gewinnen sollte. Pro Min. kam so 1 Tweet Rücklauf zustande. Auch auf klassischen Pressekonferenzen wurde der Rückkanal Twitter aktiv genutzt, indem die entsprechenden User-Tweets veröffentlicht wurden.

Nach den Unterschieden zu den klassischen Offline-Kommunikationskanälen gefragt, nannte die Agentur die unmittelbarere Kommunikation mit den Usern, die Öffnung von Rückkanälen, die zahlenmäßige Überlegenheit von Online-Multiplikatoren gegenüber “klassischen” Journalisten. Jedoch stellte die Agentur klar, dass es auch bei der Onlinekommunikation Gatekeeper zu überwinden gilt. Die Akzeptanz von Seiten der User wurde gefördert, indem von vornherein klar gestellt wurde, wer den Twitteraccount initiierte, und dass T-Mobile als Unternehmen respektive die verantwortliche PR-Agentur als Verantwortliche dahinterstanden.

Ich denke, dass die genannten Aspekte auch in Hinblick auf die NPO-PR hohe Relevanz besitzen: Authentizität, Transparenz, Überzeugung der Multiplikatoren, Überwindung der Gatekeeper, dauerhafter Austausch mit der Community, Überwindung von Barrieren durch Kombination von Online- und Offlinekommunikation sowie transparente Darstellung der jeweiligen Ansprechpartner.

Ein Mitschnitt des Videos findet sich unter:
http://www.socialwebbreakfast.de/videos/anzeige/referat/1161.html

9. Dezember 2009

Nonprofit-Kompetenz via Studium?

An der HTW (Hochschule für Technik und Wirtschaft) und HWR (Hochschule für Wirtschaft und Recht) Berlin gibt es ab diesem WS 2009/10 einen neuen Studiengang “Nonprofit-Management und Public Governance” – kurz “MaNGo” genannt. Interessant ist, dass der Studiengang nicht nur inhaltlich sondern auch pekuniär dem Nonprofit-Prinzip folgt, indem er vollständig auf die Erhebung von Studiengebühren verzichtet. Dementsprechend groß wird wohl auch der Zulauf auf den mit nur 40 freien Studienplätzen pro Studienstart beschränkten neuen Studiengang sein.
Als positiv betrachte ich es, dass der Studiengang starke interdisziplinäre Bezüge zu den Politik-, Rechts- und Sozialwissenschaften aufweisen soll, wenngleich er in seiner Basis als betriebswirtschaftlicher Aufbaustudiengang ausgewiesen ist. Diese starke ökonomische Ausrichtung zeigt auch bereits die eigentliche Zielgruppe des Studiengangs, und dies sind die Leiter/innen von Hochschulen sowie großer und finanzkräftiger Nonprofit-Organisationen.
Und hier sehe ich persönlich auch die Problematik: die gut ausgebildeten Studenten des neuen Studiengangs werden sich vermutlich beruflich sehr stark in Richtung der finanziell gut ausgestatteten “Big Player” im Nonprofit-Sektor orientieren. Wer auf der Strecke bleibt, sind wieder einmal die kleinen NPOs, welche sich finanziell solchermaßen hoch qualifizierte Fachkräfte wohl kaum werden leisten können. Damit wird die auf der Website des Studiengangs  ausgelobte
“branchenübergreifende, generalistische Ausbildung (..) die Absolventen für eine Tätigkeit in unterschiedlichen Typen von Nonprofit-Organisationen qualifiziert (…), d.h. für private und halbstaatliche Organisationen, die ohne kommerzielle Zielsetzung in unterschiedlichen Rechtsformen und Größenordnungen unterschiedliche öffentliche Aufgaben erfüllen” (Quelle: http://www.fhvr-berlin.de/fhvr/index.php?id=1006&L=1&color=basis&size=)
wohl eher ein frommer Wunsch bleiben als zukünftige Realität werden.

2. Dezember 2009

Wissenschaftskommunikation im web 2.0?

In der letzten Sitzung am Freitag wurde das Thema Wissenschaftskommunikation aus mehreren Perspektiven präsentiert und diskutiert. Unsere Gruppe hat sich hierbei mit der Frage beschäftigt „Warum sollte sich Wissenschaft nach außen öffnen?“

Besonderes Augenmerk wurde bei dieser Metareflexion auf den Punkt „Wissenschaftskommunikation im Zeitalter von web 2.0“ gerichtet. Bei unserer Recherche sind wir bereits auf einige Vorreiter im Bereich der Wissenschaft gestoßen, die sich über die Kanäle des web 2.0 nach außen öffnen. Vor allem Professoren und Dozenten aus dem universitären Bereich sind uns hierbei aufgefallen,  die aktiven Dialog mit der Außenwelt über Blogs, Twitter, Facebook oder andere Plattformen betreiben (siehe hierzu beispielsweise: http://cspannagel.wordpress.com/).

Diese Entdeckungen lösten bereits vor der Präsentation heftige Diskussionen in der Gruppe aus: Was sind Vor- und was Nachteile, wenn Wissenschaft im web 2.0 öffentlich gemacht wird? Besonders, wenn es sich um „Respektspersonen“,  wie beispielsweise der eigene Professor, aus dem universitären Kreis handelt.  Ist es gut fließende Grenzen und Transparenz über ein Facebook-Profil und Twitter-Meldungen zu schaffen?
Während einige Studenten es begrüßten, dass Personen der Wissenschaft nun greifbarer und erreichbarer für Dialoge werden, sprachen sich andere Studenten für klare Grenzen zwischen Privatem und Wissenschaftlichem/Öffentlichem aus.

Ein weiterer Diskussionspunkt in diesem Zusammenhang, war die Frage: Wie weit soll oder darf sich Wissenschaft überhaupt öffnen, um nicht an Güte und Glaubwürdigkeit zu verlieren?.
Ein häufig genanntes Argument für die Öffnung der Wissenschaft ist vor allem der Austausch mit Laien und das Öffnen gegenüber anderen Wissenschaftsdiziplinen, d.h. der Wissenschaftler verlässt den oft zitierten „Elfenbeinturm“ für eine Vernetzung und eine aktive Wissensgenerierung. Eine Gefahr, die jedoch hierbei entstehen kann und somit gegen eine Öffnung spricht, ist die Gefahr der Profilierung, d.h. Bloggen, Veröffentlichen, Vernetzung  usw. so viel wie möglich, um  im web präsent zu sein, d.h. öffentlich, und somit vielleicht auch eher Chancen auf Aufmerksamkeit und Förderung zu haben. Nicht nur, dass dadurch die Güte der Veröffentlichungen leiden kann, sondern auch ein information-overload, d.h. eine Überladung, entstehen kann.  Berücksichtigt man hierbei ebenfalls, dass das Internet ein weitgehend anonymes Medium ist, in dem jeder sich zu jedem Thema melden kann, kann neben der Informationsflut die Glaubwürdigkeit öffentlicher Wissenschaft gefährdet werden. Man denke hierbei nur an die Verwendung von Smileys, Emoticons oder Pseudonymen in wissenschaftlichen Wiki-Diskussionen, was mittlerweile im web zu finden ist.

Besonders Wissenschaftler aus nicht so medienaffinen Bereichen könnten Probleme haben in der Wissenschaftskommunikation im web 2.0 mitzuhalten, aufgrund fehlender Kompetenzen,  Zeitmangel oder der Komplexität der Forschungen, die sich für Dialoge mit Laien nicht so gut eignen wie bei anderen Wissenschaftsdisziplinen. D.h. hier könnte durch die Öffnung wiederum eine Kluft zwischen verschiedenen Wissenschaftsbereichen entstehen.

Insgesamt gibt es viele Argumente, die für oder gegen eine Wissenschaftskommunikation im web 2.0 sprechen. So konnten wir als Fazit unserer Metareflexion festhalten, dass nicht alle Wissenschaften sich in gleicher Weise „öffnen lassen“, vor allem über web 2.0. Und dass bei der Öffnung stets zu berücksichtigen ist, welche Zielgruppe angesprochen werden soll und was mit der Öffnung bezweckt werden soll.

30. November 2009

Möglichkeiten der Wissenschaftskommunikation an universitären Instituten

Letzte Sitzung haben wir unter anderem über die verschiedenen Möglichkeiten von universitären Instituten PR zu betreiben gesprochen. Als Beispiele haben wir uns zwei Institute vor Ort herausgepickt: das ZWW (Zentrum für Weiterbildung und Wissenstransfer) und das Institut für Philosophie der Universität Augsburg.

Dabei ist es verständlich, dass je nach Fachgebiet/Ausstattung/Mitarbeitern/PR-Kompetenz usw. völlig unterschiedliche Ausgangslagen herrschen, ebenso ein unterschiedliches Bewusstsein in punkto Öffentlichkeitsarbeit.

Die gleichen Bedenken, die wir uns im Voraus aus Sichtweise des Instituts überlegt haben, wurden auch von den anderen Studierenden geäußert. Manche haben sich gefragt, welchen Vorteil PR beispielsweise für das Institut für Philosophie haben könne, manche zeigten sich skeptisch und sahen keinen großen Bedarf an der Öffnung bestimmter Fachgebiete für die Öffentlichkeit.

Ich bin jedoch der Meinung, dass man auch ein philosophisches Institut für eine größere Öffentlichkeit interessant gestalten kann und auch dieses davon profitieren kann – z.B. durch den Gewinn von Akzeptanz, Vertrauen, Studierenden oder Mitteln.

Auch wenn die Ausgangslage vergleichsweise schlecht ist, wäre es selbst für Institute mit weniger verfügbaren Mitteln möglich mehr für die Öffentlichkeitsarbeit herauszuholen. Hier kann es keine Patentrezepte geben, allerdings ein paar Vorschläge wie:
• das – durch Wissensformate in Rundfunk oder Print, Wissenschaftsjahre oder Kinderunis – grundsätzlich vorhandene Interesse der Öffentlichkeit an Bildungsthemen zu nutzen
• zu aktuellen, relevanten Fragen Bezug zu nehmen
• komplexe Inhalte herunterzubrechen und eine einfache, bildhafte Sprache zu verwenden
• vorhandene Veranstaltungen mit dem Institut in Verbindung zu bringen.

Auch von Seite der Universität könnten die PR-Aktivitäten unterstützt werden: etwa durch eine bessere Ausstattung oder durch die offizielle Anerkennung bemerkenswerter PR-Leistungen.

Doch letztendlich bringt das alles wenig, wenn wir uns dies zwar von außen überlegen, die Einstellung bzw. das Bewusstsein für die Notwendigkeit und Vorteile von Non-Profit-PR bei den entsprechenden Personen jedoch nicht vorhanden ist. Im Endeffekt muss die Initiative von den Instituten selbst ausgehen.

Was denkt ihr: Seht ihr euch als Studierende in der Pflicht (bzw. ist es überhaupt möglich?), mehr auf dieses Thema aufmerksam zu machen und Organisationen dabei zu unterstützen oder sollten wir uns eher aus dieser Angelegenheit heraushalten?

25. November 2009

PR und digitale Technologien

Ich möchte gerne die letzte Seminarsitzung noch einmal aufgreifen und einige Gedanken dazu loswerden, sowie ein paar meiner praktische Erfahrungen kundtun.

Natürlich hat der Einsatz von digitalen Technologien seine Vorteile und auch seine Berechtigung was PR angeht, dass haben wir ja gerade im 3. Referat ausführlich zu hören bekommen. Allerdings möchte ich hier an dieser Stelle mal ein wenig des Teufels Advokat spielen. Viele der Vorteile und Möglichkeiten, die uns die Gruppe anhand der Technologien aufgezeigt hat sind in der Praxis oft leider nicht so toll, wie es die Theorie verspricht. So kann ich z.B. aus eigener Erfahrung berichten, dass in einem Sportverein lange Zeit nicht einmal über eine Internetseite, geschweige denn über Blogs, Wikis oder dergleichen nachgedacht wurde, schon allein weil es zuviel Kosten würde. Auch wenn das Internet mit seinen Möglichkeiten weniger Kosten für den Verein oder die Organisation verursacht als eine “klassische” Anzeige, so ist in der Praxis trotzdem oftmals die anfängliche Hürde sehr hoch. Erschwerend kommt hier noch dazu, dass, wie wir ja bereits auch schon gehört haben, die Arbeit bei Non-Profit Organisationen oftmals von ehrenamtlichen Mitarbeitern getan wird, die nicht unbedingt die erforderlichen Kompetenzen haben. Gerade im Umfeld kleinerer Vereine und Organisationen findet sich oftmals einfach niemand, der in der Lage wäre diese neuen Technologien umzusetzen.

Ein weiteres grundlegendes Problem, welches sich hier auch sehr oft anschließt, ist die Frage nach der Zielgruppe. Oftmals ist es auch einfach so, dass die Idee die neuen Technologien zu nutzen verworfen wird und das auch oft zu Recht, weil es schlicht und einfach keinen Sinn macht. Auf die Diskussion, ob Frosta nun einen solchen Blog braucht oder nicht sei hier nur kurz verwiesen. Auch hier wieder meine persönliche Erfahrung, dass es im Beispiel des Sportvereins einfach keinen Sinn machen würde z.B. einen Blog oder eine Wikipedia aufzusetzen, weil die Zielgruppe bzw. die Aktiven hier eher als ländlich, älter und nicht Medienaffin betrachtet werden können. Dies liegt aber auch am Sportangebot und der speziellen Struktur des Vereins und so wurde im konkreten Fall auch einfach lange Zeit gesagt: “Das brauchen wir nicht”. Dass für den kleinen Anteil der Zielgruppe, die man eher in die Richtung dieser Technologien verorten kann, es nicht doch auch positive Effekte und einen Mehrwert gibt, wurde hier erst gar nicht in Erwägung gezogen.

Aber nehmen wir jetzt einfach mal an, es findet sich jemand kompetentes und der Verein oder die Organisation betreiben nun eine Plattform, die einige Technologien zu PR zwecken nutzt und es gibt auch eine mehr oder minder aktive Gemeinschaft, die diese zu Leben verhilft. Damit können die Probleme aber auch erst anfangen. In den Vorträgen wurden positive Punkte angebracht wie z.B. dass man die Konkurrenz im Blick hat, dass man mit Kritik besser umgehen kann, oder dass durch eine Dialogkommunikation durch Bewertungen und Kommentare ein besseres Feedback und ein höherer Austausch zwischen Organisation und Basis gewährleistet ist. Auch wurden die Möglichkeiten durch die Technik Besucherzahlen und andere Daten einzusehen aufgezählt.

All dies sind sicherlich Chancen und Möglichkeiten neue Wege zu gehen um PR zu betreiben aber man kann das auch von anderer Seite betrachten. Man ist selber ebenso präsent wie die Konkurrenz und gerade was den Umgang mit Kritik oder Kommentaren angeht kann so auch sehr schnell genau das öffentlich werden was einem nicht so passt. Denn es ist nun einmal so, dass durch die neuen Technologien jeder auch schnell Dinge sagen und veröffentlichen kann, die einem Schaden könnten. Beispiele gibt es ja immer wieder. Man denke nur mal an diverse Gerüchte die über Facebook oder Twitter in Windeseile durch das Internet verbreitet werden und bei denen Betroffene dann nur mit erheblichem Aufwand den Schaden minimieren können. So sind Kommentare, Bewertungen und Kritik eben stark subjektiv und nicht unbedingt die Meinung der breiten Masse. Nicht alle Benutzer, Forenbeiträge und Bewertungen sind Vertrauenswürdig und die Handhabung mit Problemfällen ist auch durch die Anonymität des Internets nicht immer leicht. Auch Besucherzahlen oder die rein technischen Daten, die man über die Internetplattform einsehen kann und die man als Grundlage für einige Rückschlüsse heranziehen kann muss man realistisch betrachten. Man kann nie nachvollziehen, ob der Besucher gerade wirklich vorm Rechner sitzt und eben eine Zeit lang auf der Seite verweilt oder ob er einfach grade Kaffee holen ist. Auch wie Besucher auf der Seite navigieren und Links anklicken kann nicht unbedingt Aufschluss darüber geben, was nun ankommt und was nicht. Sei es zufälliges Surfen oder einfach schlechte Usability, kein Benutzer gleicht dem anderen.

Ich glaube aber durchaus, dass die neuen Technologien im Rahmen von PR einen Nutzen haben und so neue Wege und Chancen entstehen, allerdings darf man bei den ganzen Gruppenzwang und aller Hysterie nicht aus den Augen verlieren, wem man was vermitteln möchte. Nur weil alle anderen Bloggen, Twittern, Foren für Feedback einrichten, Wikis aufbauen oder Communities aus dem Boden stampfen muss man zwangsläufig nicht mitmachen. Seine Ziele und seine Zielgruppe zu erreichen, darauf kommt es an. Und da stellt sich mir dann viel mehr die Frage, wie man es schaffen kann die neuen Technologien auch für eine breitere Zielgruppe interessant zu machen. Die neuen Möglichkeiten sind vorhanden und wie PR funktioniert ist auch klar, jetzt kommt es nur darauf an, wie diese möglichst Praxistauglich und Effektiv verbunden werden können. Genau das ist es was mich im weiteren Seminarverlauf besonders interessiert und was ich als die Herausforderung dieses Themas betrachte.

22. November 2009

Soll Wissenschaftskommunikation den Wissensstand von Laien verbessern?

Bei der Recherche zu unserem Referat nächste Woche bin ich auf einen sehr interessanten Artikel von Marc Scheloske gestoßen, welcher sich mit der Demokratisierung der Wissenschaftskommunnikation durch wissenschaftliche Blogs auseinandersetzt:

http://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/14/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/

Der Artikel verweist darauf, dass Wissenschaftsblogs ein Instrument sind, um von einem Wissenschaftsmonolog zu einem Dialog zwischen Forscher und Laie zu kommen. Laut dem Autor sind hier vor allem die Kommentar- und Trackbackfunktionalität entscheidende Diskursfunktionen. Des Weiteren würden bei Blogs auch die wissenschaftlichen Titel des Autors (Prof., Dr. etc.) weniger ins Gewicht fallen, und so eine Demokratisierung der Wissenschaftskommunikation entstehen.

Der Autor geht dabei auch auf das Konzept des “Scientific Citizenship” ein, nach welchem es sowohl ein Recht des Einzelnen gibt, sich über Wissenschaft und Technik zu informieren, als auch eine Pflicht, entsprechende Verantwortung im Kollektiv zu tragen, und sich entsprechend seines Standpunkts zu positionieren.