Ich habe mich an die brandeins: Kommunikation/PR (Ausgabe 02/2009) erinnert. Hier wird das Thema Kommunikation/PR aus mehreren Perspektiven beleuchtet. Volltexte sind unter brandeins.de lesbar.
Für unseren Seminarkontext finde ich 2 Artikel besonders spannend.
1. Bemerkenswert finde ich, dass Amnesty International mit Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit, also einer offenen Kommunikation Erfolg hat. Das Motto “Gründlichkeit geht immer vor Geschwindigkeit” ist übertragbar und sollte bei sämtlichen Veröffentlichungen an erster Stelle stehen. So können Fehler oder gar Skandale bereits im Vorfeld vermieden werden.
2. Unabhängigkeit von NPOs macht diese unangreifbar, weil sie weder einer politischen Richtung noch eines wirtschaftlichen Interesses zuzuordnen sind. Eine NPO sollte sich daher bei Marketing-Kooperationen mit einem unternehmen immer auch über die negativen Folgen bewusst sein. (Dies gilt z.B. auch für die Diskussion im Spannungsfeld der Ökonomier und Bildung).
3. Hervorzuheben ist auch das “Agenda Setting” also mediale und öffentliche Aufmerksamkeit für ein Thema zu schaffen. Eine Spielart ist das “Agenda-Surfing” wo man auf ein passendes in den medien kursierendes Thema aufspringt und eigene Aktionen startet oder als (etablierter) Experte zu Wort kommt. Eine Chance für NPOs liegt z.B. darin Aktionen zu starten, die an Großereignisse gekoppelt sind, um die hohe Aufmerksamkeit auf das eigene Thema (oder eine neue Perspektive des Themas) zu lenken.
Im Web 2.0 Kontext fällt mir hier spontan die Solidarisierungswelle in den Social Media Anwendungen für die Iranerin Neda ein. Ungeachtet ob real oder fake, diese Aktion ging in den Medien um die ganze Welt und hat Spuren hinterlassen.
Zum zweiten Artikel:
Im Mittelpunkt steht die Aussage, das im Mitmachweb auf Kommunikation direkt reagiert werden kann. Dies jedoch müssen viele Unternehmen erst noch lernen.
Festhalten möchte ich, dass man das Internet mit all seinen Akteuren ernst nehmen und z.B. den Umgang mit Bloggern nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte.
ein weiteres bekanntes Beispiel “Du bist Deutschland Kampagne”:
Es sei an die schier endlose und ausufernde Diskussionen rund um die “Du bist Deutschland Kampagne” 2006 erinnert: Eine interne E-Mail von PR-Profi Jean Remy von Matt drang aus der Agentur ins www. In der Mail verunglimpfte JRvM die Blogs als Klowände des Internets. Dieser Fauxpas hätte der Kampagne fast den Erfolg gekostet. (passt zu: shofhuesWende Dich nie gegen das Internet – es kann nur schief gehen: http://is.gd/4AEzX#npo09).
Eigendynamik des Netzes: Diese Aktion von JRvM hat es sogar in seinen Wiki Eintrag geschafft.
Ich möchte euch, im Hinblick auf die nächste Sitzung, zwei kleine Videos nicht vorenthalten, die beide einen kleinen Eindruck vermitteln, wie Web 2.0 Techniken (Blogs, Wikis,usw.) in Unternehmen genutzt werden können. Obwohl die Videos beide schon etwas älter sind und somit die Inhalte und Ideen vielleicht nicht wirklich neu sind, finde ich, dass gerade Unternehmen aber vor allem nonprofit Organisationen diese bei weitem noch nicht realisiert haben.
Das erste ist ein kleines Interview mit James Surowiecki, der ein Buch geschrieben hat mit dem Titel “The Wisdom of Crowds”. Darin erklärt er seine Idee der “Weisheit der Vielen” und wie diese in Unternehmen genutzt werden kann. Kurz erklärt besagt diese Idee, dass eine große Menge an ganz durchschnittlichen Leuten bei einem Problem oder einer Fragestellung im Schnitt zu einem besseren Ergebnis kommen, als ein einzelner Experte. Ein einfaches Beispiel: Es soll geschätzt werden, wieviel eine bestimmte Person wiegt. Fragt man jetzt einfach 100 willkürliche Passanten und errechnet den Durchschnittswert der Antworten, ist dieses Ergebnis der Theorie nach im Durchschnitt näher an dem Tatsächlichen Gewicht, als die Schätzung eines Artzes oder eines anderen Experten auf dem Gebiet. Jetzt ist diese Idee an sich nicht unbedingt was neues, was jedoch neu ist bzw. vielleicht war ist, dass sich diese Idee vermehrt in Web 2.0 Techniken wiederspiegelt. Man denke jetzt nur an Wikipedia, die sich eben genau das zu nutze macht, dass eben nicht nur einzelne Experten ihr Wissen öffentlich machen sondern prinzipiell alle Menschen auf der Welt.
Das zweite Video ist ein mehr oder minder schick gemachtes Werbevideo über kollektive Intelligenz und Web 2.0. Hier wird gezielt die Unternehmensperspektive betrachtet, um dazustellen welche Möglichkeiten Firmen haben wenn sie Web 2.0 Techniken nutzen. Ganz interessant ist hier, dass Jeff Kaplan gegen Ende auch sehr schön die Grundidee der “Weisheit der Vielen” darstellt.
Zwar beleuchten beide Videos ausschließlich die Unternehmenssicht und nicht die Non-Profit Organisationen, nichts desto trotz finde ich beide ganz nett um so einen kleinen Einblick zu bekommen was Unternehmen oder Vereine mit Hilfe von Web 2.0 Technicken bzw. der Idee dahinter bewegen können.
Die digitalen Technologien verändern sukzessive auch Marketing, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit hin zu mehr Dialogorientierung und Transparenz. In Seminar “Vom Hype zum Standardinstrument: Web 2.0 und Non-Profit-PR” soll erörtert werden, welche Möglichkeiten des Web 2.0 bereits zum PR-Standard geworden sind (z.B. Weblogs), welche Instrumente sich dazu langsam etablieren (z.B. Microblogging) und wie Non-Profit-Organisationen diese Instrumente für ihre Öffentlichkeitsarbeit nutzen können. Ziel des Seminars ist es, einen umfassenden Überblick über aktuelle Tendenzen in der Öffentlichkeitsarbeit zu geben und zugleich praktisch in Form einer Projektarbeit anzuwenden. Um die Potenziale des Web 2.0 zu verstehen, wird ein zweiteiliges Vorgehen im Seminar gewählt: Zunächst werden Studien zu Web 2.0 und (Non-Profit-)PR ausgewertet und vor dem Plenum präsentiert. Ausgehend von den theoretischen Erkenntnissen wird anhand eines Praxisbeispiels erprobt, welche Wirkungsweisen Non-Profit-PR im Internet haben kann. Die Veranstaltung wird durch (Micro-)Blogging öffentlich dokumentiert und begleitet.
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