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Das Bildungssofa – ein Tagungsformat von morgen? | Teil 1

Was ist ein EduPunk? Und was macht er auf unserem roten Sofa?

Spontane Forschungsreise nach Graz: Für die Dokumentation des neuen interaktiven Veranstaltungsformats Bildungssofa, besuchten wir (Eva und Katha) am Wochenende das EduCamp. Eine prima Gelegenheit zudem für uns, die wir noch nie auf einem BarCamp waren, dieses offenbar innovative Tagungsformat kennenzulernen. Bildungssofa, das heißt zwei Vertreter gegenteiliger Positionen diskutieren in ungezwungener Atmosphäre auf einem roten Sofa bildungsspezifische Fragen: der Edu Punk Thomas Bernhardt von der Universität Bremen und Doris Carstensen, Vertreterin des Educational Establishment und Vizerektorin der Kunsthochschule in Graz. Nicht nur die Anwesenden vor Ort, sondern alle Interessierten sollten über eine Twitterwall in die Diskussion mit einbezogen werden. Die Sitzung wurde außerdem live gestreamt und soll nun online archiviert werden.
Durch dieses Experiment wollen Sandra und Tom testen, wie sich Podiumsdiskussionen interaktiver gestalten lassen. Uns hat sich lange nicht so recht erschlossen, was an diesem Format innovativ sein soll. Das Sofa? Eher noch der Einsatz von Twitter. Wir waren jedoch sehr gespannt, was uns erwarten würde. Wie würden die Teilnehmer auf das Format reagieren? Anscheinend stellt das EduCamp mit seinen aufgeschlossenen Teilnehmern eine gute Plattform zum Testen dieses Formats dar.

Im Anschluss sollte erörtert werden, wie die Teilnehmer das Bildungssofa bewerten und inwieweit sich dieses auch auf herkömmlichen Tagungen etablieren könnte. Die Diskussion auf dem roten Sofa selbst schien jedoch so spannend gewesen zu sein, dass sie von den Moderatoren nicht abgebrochen wurde. Die geplante Besprechung des Formats musste daher auf den folgenden Tag verschoben werden.

Eigene Beobachtungen

Das Geschehen auf dem Sofa und außerhalb haben wir während der Session beobachtet und fleißig mitdokumentiert. Davon ist uns Folgendes in Erinnerung geblieben:

Teils inhaltlich, teils wegen des Formats haben sich viele Leute für die Session interessiert. Es kamen immer mehr Teilnehmer in den Raum, auch wenn ein paar wieder gegangen sind – was jedoch für BarCamps allerdings durchaus nicht unüblich ist. Die Bestuhlung bzw. Be-Sofa-ung hat uns sehr gut gefallen und scheint sich positiv auf die Gesprächsbeteiligung ausgewirkt zu haben. Das Sofa wurde eben nicht abgehoben auf einer Bühne platziert, sondern war Teil eines großen Gesprächskreises. Manchmal erweisen sich eben auch zur Schulzeit gehasste Methoden als sinnvoll :) . Letztendlich hat sich die rote Farbe des Sofas als sehr einprägsames Branding erwiesen. Anschließend wurde nur noch über das „rote Sofa“ gesprochen.

Session Bildungssofa
Das rote Bildungssofa

Nach ersten Einschätzungen kamen jedoch die meisten Tweets aus dem Raum selbst, weswegen noch nicht gesagt werden kann, inwieweit die Einbindung eines größeren externen Publikums bei einem derartigen Format funktionieren kann. Viele der Kurznachrichten erfüllten einen Selbstzweck, inhaltlich Neues brachten sie kaum hervor: Sie reflektierten unserem Eindruck nach das im Raum Gesagte oder wiederholten die Statements der Diskussionsteilnehmer. Deswegen haben wir die Tweets während der Session nicht als sehr diskussionsanregend empfunden. Insgesamt wurde den Tweets im Rahmen der Sitzung weniger Beachtung erteilt, als wir uns das vorgestellt hatten und es durch die 2er-Moderation sicherlich möglich gewesen wäre. Das lag aber auch an den technischen Problemen, durch die die Twitterwall plötzlich stillstand.

Unseren eigenen Beobachtungen nach war die Session außerdem immer noch sehr strukturiert und geplant – es wurden sorgfältig Experten für das Sofa ausgewählt und einzelne Phasen auf einem Flipchart notiert. Trotz dieser Planungen ist die Diskussion schließlich sowohl vom Umfang als auch inhaltlich ausgeartet. Die Anwesenden diskutierten so engagiert, dass das angedachte Format mit seinen Phasen und dem beabsichtigten Rollenwechsel der Experten nicht durchgehalten werden konnte.

Insgesamt war das erprobte Veranstaltungsformat für uns noch nicht neuartig genug und könnte weiter ausgebaut werden. Vorschläge dazu sollen in unserem Bericht folgen.

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Info:
Das Bildungssofa – ein Tagungsformat von morgen? | Teil 1 ist Beitrag Nr. 38
Autor:
katha am 10. November 2009 um 23:42
Kategorie:
Allgemein
Tags:
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1 Kommentar »

  1. Tweets die Das Bildungssofa – ein Tagungsformat von morgen? | Teil 1 » Web 2.0 und Non-Profit-PR erwähnt -- Topsy.com

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Sandra Hofhues, Katha U. erwähnt. Katha U. sagte: Was langt währt… Teil 1 der von @E_Op und mir verfassten Reflexion zum #ecg09 endlich online http://tinyurl.com/yg3va8f #npo09 [...]

    #1 Pingback vom 12. November 2009 um 21:12

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