Über das Forum Corporate Publishing, das in einem „Factbook“ Trends, Tools und Facts zum Thema Corporate Publishing veröffentlicht hat, bin ich auf das Thema Corporate Publishing an Hochschulen gestolpert. Hier heißt es in einem Artikel von Martin Reimund von der PR-Agentur “Profilwerkstatt” in Darmstadt, dass Hochschulen sich in der heutigen von Umstrukturierungen gezeichneten Hochschullandschaft voller Elite-Universitäten und angesehenen privaten Bildungseinrichtungen mehr denn je um die Gunst der Studenten, Spitzenforschern und vor allem Sponsoren bemühen müssen. So heißt es weiter, dass nicht mehr die Anbieter von Bildung die Richtung bestimmen, sondern vielmehr die Nachfrager das Ruder in die Hand nehmen. Nicht zuletzt die Einführung von Studiengebühren sowie von Bachelor- und Masterstudiengängen führt dazu, dass Hochschulen zunehmend an ihrem Auftreten – ihren Profilen – arbeiten müssen. Der Autor Martin Reimund sieht hierbei Corporate Publishing als Möglichkeit für Hochschulen im Uni-Dschungel herauszustechen und aktive PR-Arbeit zu leisten, sich sozusagen als Marke zu etablieren. Interessant ist hierbei weniger der Einsatz von geeigneten Möglichkeiten, wie beispielsweise Hochschulmagazinen, die es schon seit längerem auf dem Markt gibt, sondern vielmehr die Ausrichtung der PR-Aktivitäten. Denn in Zukunft müssten die Universitäten weniger aus ihrer „Binnenperspektive“ berichten, sondern, wie der Autor es ausdrückt, „viel stärker die Bedürfnisse der Stakeholder aufgreifen (…), um den Image- und Reputationsaufbau der Uni zu unterstützen“.
Als gelungenes Beispiel einer solchen stakeholder-orientierten Kommunikationskampagne wird das Hochschulmagazin „Sonnemann“ der Frankfurt School of Finance & Management vorgestellt.

Dieses eher an ein Businessmagazin erinnerndes Printmedium versucht eine Faszination für die Frankfurt School of Finance & Management vor allem durch Expertenmeinungen aus Wirtschaft und Politik zu erzeugen. Dass es sich hierbei jedoch um eine private Hochschule mit erheblichen finanziellen Mitteln für solch innovative Kommunikationskampagnen handelt, wird im Artikel leider außer Acht gelassen. Fraglich ist also wieder wie eine staatliche Hochschule sich solch einen Markenaufbau leisten kann.
Auf jeden Fall können die im Rahmen unseres Seminars aufgezeigten web 2.0 Tools einen ersten Schritt in Richtung effektiver Markenkommunikation sowie Wissenschaftskommunikation für die Hochschulen ermöglichen. Ein intelligenter Medienmix aus „altmodischen Methoden“ wie beispielsweise Newslettern oder Hochschulmagazinen und neuen Kanälen wie Twitter, Podcast oder Webblogs, kann hier helfen „stakeholdergerechte“ Kommunikation zu betreiben. Aber bevor dieser Medienmix strategisch ausgerichtet und intelligent zusammengestellt werden kann, ist wichtig, dass überhaupt etwas in diese Richtung an den Hochschulen unternommen wird.
Quelle: Reimund, Martin (2009): Mehr Profil in die Hochschulkommunikation. In: Forum Corporate Publishing e.V. (Hrsg.): Factbook für professionelle Unternehmenskommunikation. Trends, Tools, Facts im Corporate Publishing. Factbook Nr. 7. München: Forum Corporate Publishing e.V.. S. 19f..
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