14. Januar 2010
Der BVDW (Bundesverband Digitale Wirtschaft) trägt den aktuellen Social Media Entwicklungen Rechnung, indem er einen “Code of Ethics” für den richtigen Umgang mit Social Media veröffentlicht. Damit definiert er für werbetreibende Unternehmen – und dies gilt gleichfalls auch für Nonprofit-Organisationen – sechs Empfehlungen, wie ethisch korretk mit Usern in Social Networks, Blogs sowie auf der hauseigenen Website kommuniziert werden sollte. Unter den sechs Stichpunkten Respekt, Sachlichkeit, Erreichbarkeit, Glaubwürdigkeit, Ehrlichkeit und Recht werden Hinweise gegeben, welche wichtigen Punkte beim Umgang mit Social Media zu beachten sind.
Als Gründe für die Veröffentlichung nennt der BVDW u.a. die veränderte Kommunikation im Web:
“Das Social Web hat die Kommunikationsspielregeln des Internets verändert. Die Nutzer sind nicht mehr reine Empfänger von Botschaften, sondern können selbst Inhalte publizieren – in Blogs, Social Networks, Online-Shops und/oder auf Nachrichtenportalen. Dies beeinflusst die Markenführung und Unternehmenskommunikation im Web: Gängige Marketing- und PR-Instrumente greifen nicht mehr. Social Media erfordert einen Dialog zwischen Unternehmen und Internetnutzern auf Augenhöhe. Abmahnungen oder Drohungen erzielen dagegen einen negativen Effekt, der durch öffentlichen Druck zur langfristigen Schädigung des Images einer Marke und/oder Unternehmens führen kann.” (BVDW 2009)
9. Dezember 2009
An der HTW (Hochschule für Technik und Wirtschaft) und HWR (Hochschule für Wirtschaft und Recht) Berlin gibt es ab diesem WS 2009/10 einen neuen Studiengang “Nonprofit-Management und Public Governance” – kurz “MaNGo” genannt. Interessant ist, dass der Studiengang nicht nur inhaltlich sondern auch pekuniär dem Nonprofit-Prinzip folgt, indem er vollständig auf die Erhebung von Studiengebühren verzichtet. Dementsprechend groß wird wohl auch der Zulauf auf den mit nur 40 freien Studienplätzen pro Studienstart beschränkten neuen Studiengang sein.
Als positiv betrachte ich es, dass der Studiengang starke interdisziplinäre Bezüge zu den Politik-, Rechts- und Sozialwissenschaften aufweisen soll, wenngleich er in seiner Basis als betriebswirtschaftlicher Aufbaustudiengang ausgewiesen ist. Diese starke ökonomische Ausrichtung zeigt auch bereits die eigentliche Zielgruppe des Studiengangs, und dies sind die Leiter/innen von Hochschulen sowie großer und finanzkräftiger Nonprofit-Organisationen.
Und hier sehe ich persönlich auch die Problematik: die gut ausgebildeten Studenten des neuen Studiengangs werden sich vermutlich beruflich sehr stark in Richtung der finanziell gut ausgestatteten “Big Player” im Nonprofit-Sektor orientieren. Wer auf der Strecke bleibt, sind wieder einmal die kleinen NPOs, welche sich finanziell solchermaßen hoch qualifizierte Fachkräfte wohl kaum werden leisten können. Damit wird die auf der Website des Studiengangs ausgelobte
“branchenübergreifende, generalistische Ausbildung (..) die Absolventen für eine Tätigkeit in unterschiedlichen Typen von Nonprofit-Organisationen qualifiziert (…), d.h. für private und halbstaatliche Organisationen, die ohne kommerzielle Zielsetzung in unterschiedlichen Rechtsformen und Größenordnungen unterschiedliche öffentliche Aufgaben erfüllen” (Quelle: http://www.fhvr-berlin.de/fhvr/index.php?id=1006&L=1&color=basis&size=)
wohl eher ein frommer Wunsch bleiben als zukünftige Realität werden.
Letzte Kommentare